25 Jahre IZB - Interessengemeinschaft Zahnärzte Buehl e.V.

Kieferorthopädische Frühbehandlung

Die kieferorthopädische Frühbehandlung kommt immer dann zum Einsatz, wenn Zahn- oder Kieferfehlstellungen vorliegen, die sich im Laufe des Wachstums zunehmend verschlimmern und deren Behandlung dadurch immer schwieriger wird. Auch wenn eine Fehlstellung das Wachstum hemmt, muss bereits frühzeitig kieferorthopädisch interveniert werden.

Die Frühbehandlung wird bereits im Milchgebiss und im frühen Wechselgebiss durchgeführt und dauert maximal ein bis zwei Jahre. Die Fehlstellung wird hierbei meist nicht vollständig beseitigt. Stattdessen werden die Voraussetzungen für eine spätere kieferorthopädische Behandlung optimiert, um einen schnelleren und besseren Behandlungsablauf zu ermöglichen.
 
Es gibt einige Fehlstellungen, die eine Frühbehandlung notwendig machen können. Dies ist zunächst die umgekehrte Frontzahnstufe. Normalerweise beißen die oberen Zähne über die unteren, so dass die unteren Schneidezähne von den oberen zum Teil verdeckt sind. Ist diese so genannte Frontzahnstufe umgekehrt sollte eine Frühbehandlung erfolgen, um eine Wachstumshemmung oder gar Verschlimmerung der Zahnstellung zu verhindern.
 
Auch im Seitenzahnbereich sollen die Zähne des Oberkiefers die des Unterkiefers überragen. Auch hier muss frühzeitig eingegriffen werden, sollte diese Relation umgekehrt sein, was dann als Kreuzbiss bezeichnet wird.
 
Liegt der Unterkiefer zu weit hinten, so sieht man im Frontzahnbereich eine große saggitale Stufe – der Abstand zwischen den Schneidekanten der Ober- und Unterkieferzähne, gemessen von vorn nach hinten. Hier ist eine Frühbehandlung indiziert, um die spätere Kieferorthopädie zu erleichtern.
 
Die letzte Indikation zur kieferorthopädischen Frühbehandlung ist ein Engstand der Milchzähne. Ist zu vermuten, dass es zu wenig Platz für den Durchbruch der bleibenden Zähne gibt, sollte frühzeitig ein Kieferorthopäde aufgesucht werden.
 
Die kieferorthopädische Frühbehandlung bedient sich zumeist herausnehmbarer Geräten. Dabei kann es sich um aktive Platten oder auch um bimaxilläre Geräte handeln, die in beiden Kiefern zum Liegen kommen.
 
Eine solche Behandlung kann immer erst dann begonnen werden, wenn eine Mitarbeit der Kinder auch möglich ist, wie sie sowohl bei der Abdrucknahme für die Herstellung der Geräte als auch beim Tragen der Apparaturen notwendig ist.
 
Nur wenige Eltern suchen selbst einen Kieferorthopäden so frühzeitig auf. Meist ist es der Zahnarzt, der behandlungsbedürftige Zahnfehlstellungen feststellt und zu einer kieferorthopädischen Behandlung rät.
Daher ist es wichtig, Kinder bereits frühzeitig an den Besuch beim Zahnarzt zu gewöhnen. So kann nicht nur Karies vermieden werden, sondern auch die kieferorthopädische Therapie zum geeigneten Zeitpunkt eingeleitet werden.

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