25 Jahre IZB - Interessengemeinschaft Zahnärzte Buehl e.V.

Funktionskieferorthopädie

Funktionskieferorthopädie bedeutet, dass eine Stellungsänderung der Zähne und Kiefer durch Änderung von muskulären Funktionsmustern erreicht wird.

Mit Hilfe eines Aktivators, der selbst keine Kraft ausübt, werden die Kräfte der Zunge, der Lippen, der Wange und der Kaumuskulatur auf Zähne und Kiefer übertragen, um das gewünschte Behandlungsziel zu erreichen.
 
Funktionskieferorthopädie funktioniert nur dann, wenn noch Wachstum vorhanden ist. Beim Erwachsenen ist daher eine solche Behandlung nicht möglich.
 
Der Aktivator wird unter anderem zur Korrektur des Distalbisses (Unterkieferrücklage) verwendet. Das heißt, liegt der Unterkiefer zu weit hinten, so muss sein Wachstum gefördert, das des Oberkiefers jedoch gehemmt werden.
Hierzu besteht der Aktivator aus einem Kunststoffblock, der Ober- und Unterkiefer miteinander in der Position fixiert, die als Behandlungsziel angestrebt wird. Ein Labialbogen (Lippenbogen) und Haltedorne sichern die Lage des Aktivators im Mund – insbesondere auch in der Nacht – und sorgen dafür, dass der Patient in die richtige Position einbeißt.
 
Um den Aktivator herzustellen, wird ein Konstruktionsbiss genommen. Hierzu werden die beiden Kiefer in die Position gebracht, die später mit Hilfe des Aktivators erreicht werden soll.
 
Um das gewünschte Ergebnis möglichst schnell zu erreichen, ist eine Tragedauer von etwa 14 Stunden täglich notwendig. In der Schule muss das Gerät nicht getragen werden, da dieses mitunter schwierig für die Kinder ist, was die Teilnahme am mündlichen Unterricht und auch die Reaktionen der Mitschüler betrifft.
 
Das Gerät liegt lose im Mund, beim Schließen der Zahnreihen und beim Schlucken gelangen die Kiefer immer wieder in die angestrebte Position. Dies führt zu einem veränderten Funktionsmuster und zu Wachstums- und Anpassungsvorgängen, ganz ohne aktive Krafteinwirkung.
 
Bevor mit einer Aktivatortherapie begonnen werden kann, muss festgestellt werden, ob der Oberkiefer transversal – in der Breite – groß genug ist. Ist der Oberkiefer zu schmal, so muss dieser vor der Aktivatortherapie transversal erweitert werden, zum Beispiel mit einer einfachen Dehnplatte.
 
Nach Abschluss der Aktivatortherapie können Feinkorrekturen wie Zahndrehungen mit Hilfe von festsitzenden Apparaturen (Brackets) vorgenommen werden, bis das optimale Ergebnis erreicht ist.

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