25 Jahre IZB - Interessengemeinschaft Zahnärzte Buehl e.V.

Abrasionen - wie kommt es zum Verlust an Zahnhartsubstanz?

Abrasionen der Zähne bezeichnen jeglichen, durch Reibung verursachten Verlust an Zahnhartsubstanz.

Das Reiben der Zähne aufeinander geschieht meist unbewusst, oftmals nachts in Form des nächtlichen Zähneknirschens.
 
Abrasionen können sowohl vereinzelt auftreten, als auch im gesamten Gebiss, was dann als Abrasionsgebiss bezeichnet wird.
 
Der Verlust an Zahnhartsubstanz betrifft zunächst nur den Zahnschmelz.
Durch weiteres Reiben kann sich die Schädigung der Zähne jedoch so weit fortsetzen, dass auch das Dentin (Zahnbein) betroffen ist. Liegt das Dentin frei, reagieren die Zähne oftmals sensibel, da das Dentin sehr schmerzempfindlich ist.
Hinzu kommt, dass das Dentin wesentlich weicher ist als der Zahnschmelz, so dass es sehr viel schneller verloren geht.
 
Durch die andauernde Reizung kann es so weit kommen, dass der Zahnnerv sich immer weiter in die Zahnwurzel zurückzieht.
Bei sehr starken Belastungen kann es sogar zur Entzündung der Zahnnerven kommen, was mitunter zu dessen Absterben führen kann.
 
Häufig sind die Gebisse älterer Menschen stark abradiert, was auch als eine Art Abnutzung angesehen werden kann. Hier sind die Abrasionen meist durch Kontakt der Zähne zueinander entstanden, was als Attrition bezeichnet wird.
Die Zahnkronen sind dann kürzer, meist liegt auch das Dentin bereits frei.
 
Bei einem jungen Gebiss liegen den Abrasionen meist Parafunktionen wie das Knirschen zu Grunde.
 
Eine weitere mögliche Ursache für den Verlust an Zahnhartsubstanz ist falsches Zähneputzen. Das "Schrubben" der Zähne mit hochabrasiven Zahnpasten kann schon frühzeitig zu Abrasionen führen.

Daher gibt es für Zahnpasten den so genannten RDA-Wert - Radioactive Dentin Abrasion. Dies ist ein Richtwert der eine Aussage darüber zulässt, wie abrasiv eine Zahnpasta ist. Unterschiedliche Abrasionswerte von Zahnpasten entstehen dadurch, dass jede Zahnpasta verschiedene Putzkörper unterschiedlicher Art, Menge und Größe enthält. Werte von einem RDA bis zu 70 gelten als gering abrasiv und sind daher empfehlenswert.
 
Die Folgen von Abrasionen sind oftmals sensible Zähne, da das schmerzempfindliche Dentin frei liegt. In diesem Fällen empfiehlt es sich, eine Zahnpasta für empfindliche Zähne, gegebenenfalls in Kombination mit einer Mundspüllösung anzuwenden. Beim Zahnarzt kann ein Versiegelungsschutz für freiliegendes Dentin durchgeführt werden.
 
Ist das Zähneknirschen ursächlich für die Abrasionen, so sollte nachts eine vom Zahnarzt angefertigte, individuelle Knirscherschiene getragen werden, um weitere Zahnhartsubstanzverluste zu minimieren.

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